Della Miles-Konzert im A-Trane

Robert Matt am Keyboard, Dave Anania am Drumset, Björn Werra am Baß und Stefan Machalitzky an der Gitarre…sie spielen das Intro des Konzerts an diesem Samstagabend, und das „A-Trane“ in Charlottenburg – eine der angesagtesten Jazzlocations im Westen Berlins – ist brechend voll. Auch vor der Scheibe stehen ein paar zu spät Gekommene, die das Konzert von draussen verfolgen.

Und da geht sie auf, die Tür, die zum Backstagebereich führt, and there she is, Della Miles, strahlt und legt sofort los, bezaubert mit ihrer Stimme und ihrer Persönlichkeit, von der ersten Sekunde an.

Die Amerikanerin feiert ihre Musik – und legt Wert darauf, dass alle, die teilhaben dürfen an dieser Party, es auch bequem haben. „What, you don’t feel comfy?“ – ihre scheinbar bestürzte, aber noch mehr charmante Antwort auf die unerwartete Rückmeldung eines Konzertgasts, dem ein hochgewachsener Mensch im Weg steht. „Oh, let me see, how can we solve this….?!“ Überlegt scheinbar fieberhaft. „I think we can’t“. Schallendes Gelächter, alle Anwesenden, den ganzen Raum hat sie binnen Sekunden um den Finger gewickelt, inklusive ihrer männlichen Musikerkollegen, die es sichtlich genießen, Teil ihres Auftritt zu sein. Spätestens jetzt wird klar: diese Frau hat nicht nur welche, nein sie IST weltklasse!

Mit einer Stimmgewalt, die weder aufdringlich noch zu sanft daherkommt, singt sie alte Nummern aus ihrem Repertoire, ebenso wie neue, aber auch Songs von musikalischen Größen wie beispielsweise Mick Jagger.

„…your sex is on fire“…die Faszination, die von Della Miles ausgeht, ist spürbar.

Nach der Pause erfahren wir, ihr Produzent meint, das letzte Album habe gefloppt, weil es nicht gut genug war – aber uns singt sie jetzt trotzdem einen Song daraus, der ihr besonders am Herzen liegt. Und er ist…verdammt gut!

Am Vortag haben sie spontan noch, ohne vorher davon zu wissen, einen alljährlich stattfindenden Contest in Rostock den Bogarts-Publikumspreis im „Ursprung“ gewonnen. „Ein Rostocker Grammy – ein Romy“ freut sich die Vollblutmusikerin aus Texas.

Das Konzert neigt sich dem Ende zu, mit geschlossenen Augen wünscht man sich, dass es NICHT vorbeigeht – und wird mit einer Zusage belohnt, a cappella, nur mit Keyboardbegleitung.

Robert Matt aus Landshut ist auch Dellas Musical Director, und alle Musiker, die sie heute begleiten, sind selbst Persönlichkeiten innerhalb der Berliner Musikerszene, wie z.B. Dave Anania, u.a. Drummer bei Berlins sehr beliebter „Blue Man Group“.

Schön war’s, Della!

Und eins ist sicher: das nächste Album, das 2013 erscheint, wird hundertprozentig NICHT floppen! Denn: wir wollen mehr von dieser Musik!

Della Miles ist eine tolle Frau und Musikerin, selbst im Soul zuhause, das für sie die Musikeinflüsse des Soul, Jazz, Pop, R’n’B bis hin zu Reggae vermischt. Den Einfluß der Rockgitarren in ihrer Musik, den liebt sie ganz besonders. mädchenradio meint: Rock’n’Roll par excellence!

 

Text: Silvia Hanz